Unsere Basisgedanken

Um in funktionierender Gemeinschaft zu leben und mit Freude, Kraft und Gelassenheit zu wirken, bedarf es einiger Voraussetzungen, sowohl im individuellen, als auch im kollektiven Raum.

Basisgedanken Kreisgrafik

Wir alle bringen unsere Geschichte und Hintergründe mit; Muster und Konzepte prägen unseren Kontakt zu uns selbst und in Beziehungen meist in einem unbewußten Raum. Haben wir allerdings einen tieferen Wunsch nach Entwicklung zu mehr Wertschätzung und Respekt sich selbst und allen Anderen gegenüber, dann gibt es einen großen Raum der Entfaltung, Ausrichtung und Forschung im Ich und Wir.

Hier entfalten wir unser Potential und lernen gemeinsam uns den Qualitäten, die als Ziele zu verstehen sind, anzunähern.

Individuell kann durch Achtsamkeit (ein offenes, umfassendes Bewusstsein sowohl für die Umgebung und Situation, als auch für die eigenen inneren Vorgänge) und innere Arbeit unterschiedlichster Art, ein Bewußtsein über sich selbst und die eigenen Muster entstehen.

Dann ist es möglich sich authentisch zu verhalten, in einen empathischen Kontakt zu treten und Beziehungen zu pflegen, in denen ich mich auseinandersetze, Verantwortung für mich übernehme und für mich selbst sorgen kann.

Nur ein Ich, welches wachsen und wandeln will, im Innen wie im Außen, erhöht das Entwicklungspotential der Gruppe, ist den Herausforderungen und Ent-täuschungen gewachsen, die ein Gruppenleben immer mit sich bringen.

Eine hohe Flexilibität und Kompromissbereitschaft erleichtern das eigene Leben und das der Gesamtgruppe.

Wir in der der Gemeinschaft Lebensbogen haben uns schon zu Gründungszeiten auf Werte geeinigt, die uns auch heute noch tragen.

Diese sind: Gleichberechtigung, Wertschätzung, Einschließlichkeit und Verbindlichkeit.

Gleichberechtigung bedeutet für uns, dass jede Person in ihren Bedürfnissen gesehen und geachtet wird. Wir drücken unsere Wertschätzung aus in dem Maß, wie wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen wie wir sind, mit allen Stärken und Schwächen. Wir bemühen uns um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang im zwischenmenschlichen Miteinander und mit Mensch, Tier und Umwelt.

Unter Einschließlichkeit verstehen wir unser Anliegen, alle bei uns lebenden Personen in die Gruppe zu integrieren. Dies bedeutet beispielsweise, dass wir bei Widerständen gegen eine Person erforschen, was diese Resonanz mit uns selbst zu tun hat, an welchen Punkten wir vielleicht doch Ähnlichkeiten entdecken und wie diese Widerstände überwindbar sind.
Verbindlichkeit heißt das Sich-Einlassen auf die Gruppe und ihren Prozess. Wir sind miteinander verbunden, auch wenn es Krisen gibt. Wir brauchen die Bereitschaft uns auseinanderzusetzen – mit uns und den Anderen.
Es bedeutet auch Verantwortung mit zu tragen, Aufgaben verbindlich zu übernehmen und sich auf einander verlassen zu können.

Das Entwickeln einer respektvollen und wertschätzenden Kultur im Gemeinschaftsgeist ist uns ein hohes Anliegen. Durch regelmässige Gemeinschafts- und Intensivzeiten bemühen wir uns unsere Herzen zu öffnen, unsere Räume zu klären und in tiefere, authentische Begegnungen einzutauchen.

Als Ausrichtung und Entfaltungsraum, in dem wir alle viel lernen können, haben wir uns auf folgende Qualitäten geeinigt:

Herz-Verbundenheit, Grund-Vertrauen, Lebens-Freude, Wandel, Visionsraum, Verwirklichungskraft und Frieden.

Herz-Verbundenheit heißt, dass es für die Gemeinschaftsmitglieder*innen wichtig ist, sich über intellektuelle Konzepte hinaus über das Herz zu verbinden. Um unsere Herzen überhaupt und auch immer wieder für einander zu öffnen, erforschen wir unterschiedlichste Methoden. Jahrelang hat uns vor allem der CB- Prozess (Community- Building) begleitet, im Moment probieren wir auch immer wieder andere Werkzeuge aus.

Regelmäßige Gemeinschaftszeiten mit und ohne externer Begleitung sind der Raum, in dem wir uns bemühen einander mit dem Herzen zu begegnen, was natürlich nicht immer so einfach ist. Anstelle von vielen Regelwerken und Konzepten ist für uns die innere Haltung, die letztlich all unsere Handlungen bestimmt, ausschlaggebend.
Unsere innere Haltung wird in einem großen Maß von unserem Vertrauen bestimmt. Auf Vertrauen zu sich selbst und zu den Anderen. Vertrauen ist die Basis, die alles zusammen hält und fügt und unseren inneren Blick bestimmt. Vertrauen ist allerdings meistens nicht einfach da, sondern will entwickelt und immer wieder neu gepflegt werden. Die Basis dafür ist ein Grund-Vertrauen in das Leben und zu sich selbst. Dies ist nicht allen Menschen selbstverständlich geschenkt worden. Um die unterschiedlichen Perspektiven und die daraus resultierenden Handlungsmuster besser verstehen zu können, probieren wir unterschiedlichste Kommunikationsmethoden aus.

Nur wenn wir lernen uns wirklich zu hören, zu sehen und zu verstehen kann Empathie, Vertrauen und Herzensräume entstehen, in denen dann auch Frieden und Aussöhnung passieren kann. Das gilt sowohl für zwei Personen, zwischen Kulturen und Ländern, Eltern und Kindern, Männern und Frauen, Ideologien und Religionen.

Voraussetzung für all diese Prozesse ist allerdings der Wunsch oder zumindest die Bereitschaft sich Aus – einander zu setzen, sich den eigenen und kollektiven Schatten und blinden Flecken zu stellen und auch in Kauf zu nehmen an die eigenen Grenzen zu geraten.

Gemeinschaft ist oft ein Schmelztiegel, in dem all die eigenen unbearbeitet Themen und die der Anderen rasant hoch gespült werden und sich gegenseitig befeuern. Ein Feld, in dem wir schnell wachsen und uns entwickeln können, aber eben auch anstrengend und herausfordernd. Um all diese Dinge gut einordnen und geduldig dabei bleiben zu können, braucht es ein gewisses Maß an Eigenverantwortung, Selbstfürsorge und Bewußtheit.

Insgesamt ist es von Vorteil,ein gewisses Maß an eigener innerer Arbeit schon geleistet zu haben und ein Selbst- bewußtsein für die eigenen Strukturen mit zu bringen. Eine achtsame Grundhaltung (im Sinne von wahrnehmen was ist) hilft uns auch Geduld mit uns selbst, den Anderen und der Entwicklung des Gesamtprojekts zu entwickeln.

Dann entsteht Freude am Leben und Visionen bekommen einen Raum sich zu entwickeln. Im gemeinsamen, authentischen Ringen wie sich Menschen auf tieferen Ebenen begegnen und miteinander leben und arbeiten können wandeln sich unsere Muster, Konzepte und Erwartungen und es entsteht eine große Kraft, Dinge zu verwirklichen.

Was verbindet uns noch?

Wortwolke

Wir sind im Prozess: ...mit uns selbst, dem Gegenüber, der Gruppe und dem was wir nach Außen tragen. All das gelingt uns mal besser und mal schlechter, manchmal machen wir einen Schritt vor und zwei zurück. Auch das gehört dazu, wir lernen ……

Auf der äußeren Ebene leben wir gemeinsame Ökonomie, treffen unsere Entscheidungen im Konsens, arbeiten in kollektiven Strukturen, nehmen verbindlich an Gemeinschaftszeiten teil, bemühen uns um einen nachhaltigen Lebensstil und gestalten den Begegnungsraum Lebensbogen.

Gemeinsame Ökonomie (Geld und Zeit)

Wir arbeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen am Platz und einige von uns auch außerhalb. Wir leben eine gemeinsame Ökonomie, das heißt wir wirtschaften in eine gemeinsame Kasse in die alle Einnahmen kommen und entnehmen entsprechend unseren Bedürfnissen. Über die Verwendung des Erwirtschafteten entscheiden wir gemeinsam unabhängig davon, was welche Person wo leistet und einbringt. Damit entheben wir die von uns geleistete Arbeit einer Bewertung über das Geld und tragen gemeinsam Sorge für uns und den Platz an dem wir leben.
Wir haben uns bewusst für eine Vertrauensökonomie entschieden. Das heißt, bis zu einem gewissen Betrag entscheidet jede Person, ob und für was Sie das Geld ausgibt. Erst darüber hinaus wird das Anliegen in die Gruppe gebracht und gemeinsam entschieden. Auch beim Umfang der geleisteten Arbeit setzen wir auf Vertrauen und Eigenverantwortung und gehen davon aus, dass jede Person ihre eigenen Bedürfnisse und die der Gruppe im Blick hat. 
Vermögen kann/sollte bei uns in die Genossenschaft oder als Spende eingebracht werden. Vermögen, welches nicht eingebracht wird, sollte "eingefroren" werden. Das bedeutet, dass die Person während Sie in Gemeinschaft lebt, das Vermögen nur in Absprache antastet. Transparenz ist uns in diesem Zusammenhang wichtig.

Bei einer Aufnahme in die Gemeinschaft schreibt die einsteigende Person einen Ein- und Ausstiegsvertrag. Dieser gibt eine Transparenz über Einkommen, Vermögen, Verpflichtungen und etwaige Schulden und den Umgang damit. Ebenso wird darin ein gewünschter Umgang bei einem Ausstieg aus der Gemeinschaft festgelegt. Unser Ziel ist, dass diese Ein- und Ausstiegsverträge gemeinsam beschlossen werden.
Immer wieder braucht es Raum für Austausch über unsere Muster und Ängste, die beim Thema Geld berührt werden und Reflektion über die individuellen Ein- und Ausstiegsverträge.

Entscheidungen im Konsens

Das bedeutet für uns: Jede gruppenrelevante Entscheidung wird von der Gesamtgruppe getragen. Möglicherweise halten einige Gruppenmitglieder die Entscheidung nicht für die beste, können aber mit ihr leben. Alle unterstützen die Entscheidung und verpflichten sich, sie nicht zu untergraben. Sie kommt nicht durch Abstimmung zustande, sondern durch einen Prozess, in dessen Verlauf die Thematik durchleuchtet wird und alle Mitglieder schließlich das Gefühl haben, angemessen angehört worden zu sein. Jede Person übernimmt dabei ein solches Maß an Verantwortung für sich, dass alle mit dem Prozess zufrieden sind.

Kollektive Strukturen

Unsere Arbeitsbereiche sind in Teams organisiert. Zuständigkeiten werden gemeinsam abgesprochen und verteilt. Es gibt regelmässige Treffen, an denen relevante Themen besprochen werden und in den meisten Fällen werden dabei Protokolle geschrieben, die dann an die gesamte Gruppe verschickt werden.

Gemeinschaftszeiten

Einmal wöchentlich gibt es ein Plenum, an dem gruppenrelevante Themen besprochen und entschieden werden. regelmässig gibt es einen finanziellen Überblick der Gesamtsituation für die ganze Gruppe. Brauchen wir mehr Ausstausch zu einem Thema besprechen wir dies an einem langen (ganzen) Dienstag, der einmal im Monat stattfindet. Einmal in der Woche gibt es einen Gemeinschaftsabend, der neben Befindlichkeitsrunden sich auch aktuellen Themen widmen kann oder an welchem Biographien der Gemeinschaftsmitgliedern vorgestellt werden.

Vier bis sechs mal jährlich haben wir Intensivtage, die häufig von Externen begleitet sind und sich den subtileren und emotionaleren Themen zu wenden. Zu Beginn des Jahres gibt es drei bis fünf Klausurtage für Planungen, inhaltliche Ausrichtungen und alles, was so ansteht.

Nachhaltigkeit

Als Gruppe bemühen wir uns um einen nachhaltigen Lebensstil auf ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Ebene. Wir sind Mitglied beim Netzwerk der Ökodörfer (GEN) und versuchen uns der Definition der Nachhhaltigkeit diese Netzwerkes ( s. nachhaltige Entwicklung) anzunähern, was aufgrund der örtlichen, personellen und finanziellen Kapazitäten noch viel Luft nach oben hat.

Begegnungsraum Lebensbogen….

... für eine respektvolle und wertschätzende Kultur.

Wir wünschen uns eine nachhaltige, gemeinsame weite Welt, in der sich eine neue Kultur der Begegnung entwickelt und ein liebevoller Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt selbstverständlich ist. Die Gemeinschaft gestaltet und pflegt auf der Grundlage ihrer Werte und Ausrichtungen einen lebendigen Begegnungsraum, welcher sich aus unserem Tagungshaus, dem Café Helfensteine und dem Bildungszentrum zusammensetzt. Bei uns begegnen sich Seminarteilnehmer*innen aus dem Tagungshaus, Ausflugsgäste des Cafés, Teilnehmer*innen der Angebote des Bildungszentrums und Gemeinschaftsmitglieder. Hier werden neue Impulse und Perspektiven entdeckt, individuelle und gesellschaftliche Themen bewegt, neue Vernetzungen angelegt und Synergien erzeugt. Mit unserem Begegnungsraum möchten wir einladen zu Teilhabe, Freude, offenen kreativen Räumen, Erforschungen unterschiedlichster Art und Austausch von Erfahrungen. Durch das Entstehen nachhaltiger Initiativen und Aktivitäten leisten wir und unsere Gäste einen aktiven Beitrag für einen Wandel in eine neue Kultur des Respektes und der Wertschätzung allen Wesen gegenüber.

Durch unsere Ausflugs- und Seminargäste und durch unser Netzwerk erreichen wir mit unsere Gedanken viele unterschiedliche Personen und Regionen.

Eingebettet sind wir als Individuum und als WIR in ein großes Ganzes, welches hier erst einmal als Verbundenheit zu verstehen ist.

Verbundenheit mit sich selbst, dem Gegenüber, zu allen Wesen, zu Himmel – Erde und Kosmos, Allem mit Allem und zu etwas Höherem.

Alle Räume und Ebenen stehen miteinander in Verbindung und können nicht unabhängig von einander betrachtet werden.Wenn wir im Außen Veränderungen anstreben, müssen diese Themen auch im Inneren bewegt werden und nur wenn wir mit unseren eigenen Schatten und Dämonen bewußt sind, gibt es einen authentischen Kontakt mit dem Gegenüber. Auch die kleinste Bewegung im Ich hat über das große Ganze Auswirkungen auf die anderen Bereiche.

In unsere Gemeinschaft gibt es zur Verbundenheit die unterschiedlichsten Vorstellungen und Umsetzungen. In der Gruppe gestalten wir zu verschiedensten Anlässen Rituale, an denen die meisten, aber nicht immer Alle teilnehmen. Einige von uns geben in ihrer innere Arbeit auch der spirituellen Ebene eine große Bedeutung.

Wir versuchen auch hier möglichst undogmatisch verschiedenste Ansätze nebeneinander zu leben und uns gegenseitig zu inspirieren.

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