Unsere Basisgedanken

In den Gründungs- und Entwicklungsjahren hat uns die Einigung auf folgende Werte getragen: 

Wertschätzung, Verbindlichkeit, Gleichberechtigung und Einschließlichkeit.

Auf der Basis von Achtsamkeit bemühen wir uns gemeinsam daran zu orientieren. Diese Werte werden weiterhin von Allen mit getragen, sie sind sozusagen unsere Wurzeln. Die Erläuterungen dazu erfolgt weiter unten. Jedoch war es für die nun viel größere Gruppe wichtig, sich neu auf etwas Gemeinsames zu einigen.

Diese hellen/ lichtvollen Qualitäten dienen als Orientierungs- und Forschungsfeld:

Herz-Verbundenheit, Grund-Vertrauen, Lebens-Freude, Wandel, Visionsraum, Verwirklichungskraft und Frieden.

Herz-Verbundenheit heißt, dass es für die Gemeinschaftsmitglieder*innen wichtig ist, sich über intellektuelle Konzepte hinaus über das Herz zu verbinden. Um unsere Herz überhaupt und auch immer wieder für einander zu öffnen, erforschen wir unterschiedlichste Methoden. Jahrelang hat uns vor allem der CB- Prozess (Community- Building) begleitet, im Moment probieren wir auch immer wieder andere Werkzeuge aus.

Regelmäßige Gemeinschaftszeiten mit und ohne Begleitung sind der Raum, in dem wir uns bemühen einander mit dem Herzen zu begegnen, was natürlich nicht immer so einfach ist. Anstelle von vielen Regelwerken und Konzepten ist für uns die innere Haltung,die letztlich all unsere Handlungen bestimmt, ausschlaggebend.
Unsere innere Haltung wird in einem großen Maß von unserem Vertrauen bestimmt. Auf Vertrauen zu sich selbst und zu den Anderen. Vertrauen ist die Basis, die alles zusammen hält und fügt, und unseren inneren Blick bestimmt, mit der wir auf die Dinge um uns herum schauen und unsere Urteile fällen. Vertrauen ist allerdings meistens nicht einfach da, sondern will entwickelt und immer wieder neu gepflegt werden. Die Basis dafür ist ein Grund-Vertrauen in das Leben und zu sich selbst. Dies ist nicht allen Personen selbstverständlich geschenkt worden. Um die unterschiedlichen Perspektiven und die daraus resultierenden Handlungsmuster besser verstehen zu können, probieren wir unterschiedlichste Kommunikationsmethoden aus.

Nur wenn wir lernen uns wirklich zu hören, zu sehen und zu verstehen kann Empathie,Vertrauen und Herzensräume entstehen, in denen dann auch Frieden und Aussöhnung passieren kann. Das gilt sowohl für zwei Personen, zwischen Kulturen und Ländern, Eltern und Kindern, Männern und Frauen, Ideologien und Religionen.

Voraussetzung für all diese Prozesse ist allerdings der Wunsch oder zumindest die Bereitschaft sich Aus – einander zu setzen, sich den eigenen und kollektiven Schatten und blinden Flecken zu stellen und auch in Kauf zu nehmen an die eigenen Grenzen zu geraten.

Gemeinschaft ist oft ein Schmelztiegel,in dem all die eigenen unbearbeitet Themen und die der Anderen rasant hoch gespült werden und sich gegenseitig befeuern. Ein Feld, in dem wir schnell wachsen und uns entwickeln können, aber eben auch anstrengend und herausfordernd. Um all diese Dinge gut einordnen und geduldig dabei bleiben zu können, braucht es ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und Bewusstsein

Was hat das mit mir zu tun? Was wird getriggert; welche Muster laufen ab ? Wie gewinne ich Abstand ? Wieviel kann/ will ich arbeiten, Geld ausgeben? Wieviel Pause brauche ich ? Wo sind meine Grenzen ? Wo kann ich loslassen? Wieviel Kontrolle/ Sicherheit brauche ich ?

Um nicht in eine Opfer und Vorwurfshaltung zu verfallen, brauchen wir eine erwachsene Haltung, die auf diese Dinge schauen kann. Selbstverständlich gelingt das Niemandem dauerhaft, aber wir bemühen uns, uns daran zu erinnern. Insgesamt ist es von Vorteil,ein gewisses Maß an eigener innerer Arbeit schon geleistet zu haben und ein Grundbewußtsein für die eigenen Strukturen mit zu bringen. Eine achtsame Grundhaltung (im Sinne von wahrnehmen was ist) hilft uns auch Geduld mit uns selbst, den Anderen und der Entwicklung des Gesamtprojekts zu entwickeln. Dann entsteht Freude am Leben und Visionen bekommen einen Raum sich zu entwickeln. Im gemeinsamen, authentischen Ringen wie sich Menschen auf tieferen Ebenen begegnen und miteinander leben und arbeiten können wandeln sich unsere Muster, Konzepte und Erwartungen und es entsteht eine große Kraft, Dinge zu verwirklichen.

Beschreibung unsere „alten“ Grundwerte:

*Unter Achtsamkeit verstehen wir ein offenes, umfassendes Bewusstsein sowohl für die Umgebung und Situation, als auch für die eigenen inneren Vorgänge. Es bedeutet, dass wir in gutem Kontakt mit uns und der Welt um uns herum sind.

„ Achtsamkeit ist die Möglichkeit, Richtung und Qualität unseres Lebens verantwortlich zu bestimmen, einschließlich unserer Beziehung zu Familie, Arbeit und der Welt als Ganzes sowie unserer Beziehung zu uns selbst.“ - Jon Kabat Zinn

Gleichberechtigung bedeutet für uns, dass jede Person in ihren Bedürfnissen gesehen und geachtet wird. Wir drücken unsere Wertschätzung aus in dem Maß, wie wir uns selbst und uns gegenseitig annehmen wie wir sind, mit allen Stärken und Schwächen.Wir pflegen einen respektvollen und achtsamen Umgang im zwischenmenschlichen Miteinander und mit der Umwelt.
Unter Einschließlichkeit verstehen wir unser Anliegen, alle bei uns lebenden Personen in die Gruppe zu integrieren. Dies bedeutet beispielsweise, dass wir bei Widerständen gegen eine Person erforschen, was diese Resonanz mit uns selbst zu tun hat, an welchen Punkten wir vielleicht doch Ähnlichkeiten entdecken und wie diese Widerstände überwindbar sind.
Verbindlichkeit heißt das Sich-Einlassen auf die Gruppe und ihren Prozess. Wir sind miteinander verbunden, auch wenn es Krisen gibt. Wir brauchen die Bereitschaft uns auseinanderzusetzen – mit uns und den Anderen.
Es bedeutet auch Verantwortung mit zu tragen, Aufgaben verbindlich zu übernehmen und sich auf einander verlassen zu können.
Konkret leben wir auf der äußeren Ebene unsere Entscheidungen im Konsens und leben gemeinsame Ökonomie.

Gemeinsame Ökonomie (Geld und Zeit)

Wir arbeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen am Platz und einige von uns auch außerhalb. Wir leben eine gemeinsame Ökonomie, das heißt wir wirtschaften in eine gemeinsame Kasse in die alle Einnahmen kommen und entnehmen entsprechend unseren Bedürfnissen. Über die Verwendung des Erwirtschafteten entscheiden wir gemeinsam unabhängig davon was welche Person wo leistet und einbringt. Damit entheben wir die von uns geleistete Arbeit einer Bewertung über das Geld und tragen gemeinsam Sorge für uns und den Platz an dem wir leben.
Wir haben uns bewusst für eine Vertrauensökonomie entschieden. Das heißt, bis zu einem gewissen Betrag (im Moment 300 €) entscheidet jede Person ob und für was Sie das Geld ausgibt. Erst darüber hinaus wird das Anliegen in die Gruppe gebracht und gemeinsam entschieden. Auch beim Umfang der geleisteten Arbeit setzen wir auf Vertrauen und Eigenverantwortung und gehen davon aus, dass jede Person ihre eigenen Bedürfnisse und die der Gruppe im Blick hat. 
Vermögen kann/sollte bei uns in die Genossenschaft oder als Spende eingebracht werden. Vermögen, welches nicht eingebracht wird, sollte "eingefroren" werden. Das bedeutet, dass die Person während Sie in Gemeinschaft lebt, das Vermögen nur in Absprache antastet.

Bei einer Aufnahme in die Gemeinschaft schreibt die einsteigende Person einen Ein- und Ausstiegsvertrag. Dieser gibt eine Transparenz über Einkommen, Vermögen, Verpflichtungen und etwaige Schulden und den Umgang damit. Ebenso wird darin ein gewünschter Umgang bei einem Ausstieg aus der Gemeinschaft festgelegt. Diese Ein- und Ausstiegsverträge werden gemeinsam beraten und beschlossen.
Nach einem guten Jahr Erfahrung braucht es mehr Raum für Austausch über unsere Muster und Ängste, die beim Thema Geld berührt werden und Reflektion über die individuellen Ein- und Ausstiegsverträge.

Entscheidungen im Konsens

Das bedeutet für uns: Jede gruppenrelevante Entscheidung wird von der Gesamtgruppe getragen. Möglicherweise halten einige Gruppenmitglieder die Entscheidung nicht für die beste, können aber mit ihr leben. Alle unterstützen die Entscheidung und verpflichten sich, sie nicht zu untergraben. Sie kommt nicht durch Abstimmung zustande, sondern durch einen Prozess, in dessen Verlauf die Thematik durchleuchtet wird und alle Mitglieder schließlich das Gefühl haben, angemessen angehört worden zu sein. Jede Person übernimmt dabei ein solches Maß an Verantwortung für sich, dass alle mit dem Prozess zufrieden sind.

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